Große Wurzeln und eine Höhle Mettmann
Große Wurzeln und eine Höhle Mettmann

Zur Düssel

51º14'42.776 | 7º1'18.101

Dominik klettert über einen Ast
Dauer
01:28 H
Distanz
5,60 km
Zur Strecke

Das ist jetzt hier keine richtige Wanderung. Aber trotzdem ist es immer wieder schön herauszufinden, dass man eben nicht sieben Stunden mit der Bahn fahren muss, um etwas Schönes zu entdecken. Dieser kleine Weg bezieht sich absolut nicht auf irgendeinen Wanderweg an der Düssel, einen Rundgang oder ähnliches. Das hier ist einfach nur der Versuch mit möglichst wenig Schritten etwas Neues zu entdecken. Ich fahre nach Mettmann, meiner Heimat und treffe mich dort mit meinem längsten Freund.

Wir wollen eigentlich nur Quatsch machen. Ein paar Schritte herausgehen und in einer möglichst Natur-Nahen Umgebung bescheuerte Stock-Images schießen. Und zufälligerweise verirrte sich der liebe Herr Kollege vor wenigen Tagen, bei dem Versuch zu joggen, dabei ausgerechnet in einem Natur-Nahen und schönem Ort, der unmittelbar an Mettmann grenzt. Kaum sind wir zweihundert Meter gegangen, nehmen wir einen Feldweg Richtung Düssel, landen an dem ersten, schönen Ort und ich fasse es nicht, dass manche Menschen soviel Kohle besitzen und ausgerechnet hier ihr Haus hinbauen.

 

Wir wandern an meinem zukünftigen Haus entlang

Kennt ihr das, wenn Ihr an Häusern vorbeiläuft, die von der Lage nicht besser liegen könnten, und Du Dir denkst: Shiiiieeeet, ich hätte überhaupt erstmal gern ein Haus? Da steht definitiv so ein Ding. Wir wollen die Bewohner zumindest nicht so krass nerven, wir tingeln deswegen einfach weiter, denn mittlerweile führt auch der Feldweg in einen dichteren Wald.

Ich bin dann doch auch ziemlich schnell erstaunt, denn ich glaube ich habe 22 Jahre in Mettmann gelebt, bin mindestens 15 Jahre davon völlig überzeugt gewesen, jeden Stein und seinen Ort der Stadt zu kennen und muss jetzt feststellen, dass dies anscheinend nur für die weniger hübschen Orte gilt. Wertvoller Tipp, der eigentlich logisch sein sollte, aber viel zu wenig genutzt wird, zumindest von mir: Bevor Du Dich ins Auto oder in die Bahn setzt um Stunden in den Eifel Park oder Nah Erholungsorte zu fahren, einfach mal an den Rand der Stadt fahren, paar Meters gehen, bisschen improvisieren. Klappt gut in kleineren Dörfern und Städten, klappt scheiße in Köln, keine Ahnung warum, ändert sich vielleicht noch.

Wie auch immer, also da war ein Haus, jetzt kommt da so ein Wald. Und der schaut echt unerwartet romantisch aus.

 

 

Düssel Pfad in Farbe

Und ich fang jetzt leider hier ein bisschen spät mit dem Erfahrungsbericht an, aber ich meine mich erinnern zu können, dass halt, echt deftig die Sonne scheint und durch das viele Licht sich sehr gut die unterschiedlichen Grün-Töne abzeichnen und voneinander trennen. Da muss ich immer sofort an die Eskimos denken, die so viele unterschiedliche weiße Farbtöne sehen, wie wir Grüntöne in der Natur. Dann denke ich drüber nach wie das dann mit Kameras funktioniert, ob da unterschiedliche Lebewesen unterschiedliche Farben drauf erkennen. Ja und dann langweilt mich eigentlich auch schon wieder der Gedanke und ich lass es einfach mir den Kopf über so einen Quatsch zu machen, schnapp mir die Kamera und fotografiere ein bisschen.

 

 

Reales Stock-Image Material an der Düssel

Du kannst halt wirklich auch nur maximal 3 Bilder machen, da wo jetzt der Übergang ist zwischen Wald und Feld, aber da schaut es halt zwei Minuten, eine Zigaretten-Länge echt schön aus. Danach wird es zumindest unterbrochen von keinem alternativen Motiv oder von irgendwelchen rasenden Fahrradfahrern, die, wenn ich mich nicht irre, alle erst ihren Helm in der Natur aufsetzen, da es in der Stadt ja zum Glück weniger Autos gibt, als auf so einem unmöglich zu befahrendem Waldweg.

Mein Kollege und ich machen jetzt ein paar dieser merkwürdigen Stock-Bilder, im Grunde aus eigener Bespaßung. Aber es macht Bock und ich erhalte ein bisschen mehr Spaß daran, meine Kamera zu verstehen. Dafür stellen wir uns wie Captain Morgen auf einem Ast, noch bevor wir in den Wald hinein gehen. Hier kommt zumindest gut das Licht durch.

Wir albern herum, nerven uns ein wenig über die tatsächlich gar nicht mal so wenigen Leute, die hier entlang gehen und bleiben immer wieder stehen um uns ein bisschen von der schönen Umgebung inspirieren zu lassen. Der Weg ist mittlerweile sehr eindeutig, ohne Abzweigungen und ohne Schilder, immer tiefer in den Wald, Richtung Bach.

 

 

Wanderung durch die Zeit (90er)

Aus Gründen, die uns nicht einleuchten, müssen an dieser Stelle des Weges Fahrradfahrer wohl in Überlichtgeschwindigkeit über diese Brücke fahren. Kreuz und quer liegen zumindest nur noch die Sonnenbrillen der womöglich zu Staub zerfallenen, über stylischen Bikern aus den 90ern. (2 Stück)

Aber wir sind wohl nicht die einzigen, die sich Gedanken darum machen. Denn andere Spaziergänger, die erst uns sehr verständnislos mustern (man muss dazu sagen, wir mimten gerade eine gewaltige Hip-Hop-Bühne in einem Wald), machen uns ebenfalls auf die Brillen aufmerksam. Sie fragen uns, ob wir die Styler-Bois sind, die solch modische Sonnenbrillen tragen und womöglich fallen gelassen haben.

Wir nutzen noch ein wenig die Ruhe des Ortes. Die Düssel verläuft schlangenförmig neben uns. Stechmücken kreisen über dem Wasser. Fische sind leider keine zu sehen. Es wirkt trotzdem alles sehr idyllisch! Dabei ist nicht zu vergessen, wir sind wirklich maximal 20 Minuten außerhalb der Stadt.

 

 

Fazit: Fett

Der Weg entlang der Düssel führt dann zwangsläufig tiefer in den Wald hinein. So langsam vergeht uns aber auch der Bock. Nicht weil wir zu faul sind, sondern mehr deshalb, dass dieser Weg immer weiter vom Anfang wegführt, Wir sind aber absolut nicht darauf vorbereitet, dass sich hinter dem Weg an der Düssel entlang wirklich ein sehr schöner Weg befindet, der es eigentlich verdient, ohne Zeitdruck und mit Vorbereitung wahrgenommen zu werden. Wir kürzen unseren Weg leider ab und laufen an einem Golfplatz entlang. Dabei laufen wir Richtung der Straße, um von dort aus wieder zurückzukommen.

Nahe Mettmann, mehr zwischen Mettmann und Wuppertal, befindet sich der kleine Weg runter zu Düssel. Wer Zeit mitbringt, kann sicherlich einige Stunden dort auf Wanderwegen verbringen. Rein von der Szenerie mit Abstand die beste Möglichkeit zufuß aus der Stadt an den meiner Meinung nach schönsten Natur-Teil der Stadt zu kommen.

 

 

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