Farn im Wald
Farn im Wald

Im Königsdorfer Forst

50°56'35.7"N 6°44'33.1"E

Dauer
02:27 H
Distanz
9,36 km
Komoot

Ich habe mir wieder mal auf meiner neuen Lieblingsapp “Kommot” einen kleinen Trip für zwischendurch ausgeguckt. Dafür fahre ich nicht mal zwanzig Minuten aus der Stadt Köln raus nach Frechen, zum Königsdorfer Forst. Laut Kommot gibt es dort die Möglichkeit eine kleine Runde durch einen schönen Wald zu laufen.

Und so fahre ich nach Frechen, das erste Mal seit Beginn dieser Aufzeichnungen hier, alleine. Ich steige in Frechen aus der Bahn und laufe circa zwanzig weitere Minuten an der Hauptstraße entlang, bevor ich in eine Wohnsiedlung abbiege, die anscheinend für Stinkreiche angelegt wurde. Die Hütten schauen hier zumindest krasser aus, als das meiste andere, was ich aus Stätten kenne. Riesige Betonklumpen in zufälliger Anordnung. Und natürlich viel Glas und statt Wiese, Steine. Ich entdecke in einer Sackgasse der Siedlung einen Eingang in den Königsdorfer Forst.

 

Farn im Wald

 

Punk-Musik im Wald

Ich gehe ein paar Meter tiefer in den Wald, bevor ich mangelnde Verbindung meines Handys zu dem Internet feststelle. Was kein Problem wäre, würde ich nicht alleine durch den Wald spazieren gehen. Denn statt erkenntnisreichen Unterhaltungen, die selbstverständlich alle mich viel weiter in meinem Leben bringen, würg, hätte ich zumindest ein bisschen am Ambiente-Angepasste Musik gehört. Egal, irgendein schlechtes Punk-Album, welches ich aus versehen mit dem Klick “Downloaden” versehen hatte, scheint noch in der Mediathek gespeichert zu sein. Was könnte besser in einen ruhigen Waldweg passen, als deutsches Rumgeheule auf keinem wirklich hohen Niveau.

Ich versuche eine Wegmarkierung im Wald zu finden. Aber bis auf das deutliche Symbol, dass ich natürlich wieder auf irgendeinem Pferdeweg laufe, finde ich ehrlich gesagt gar nichts. Auch keinen Mülleimer, in den ich gerne einmal meine seit einer Stunde leeren Wasserflasche geworfen hätte. Macht nichts, der Tag ist noch jung, und die Wege dafür absolut nicht Zielführend.

 

Brennnessel und Farn Frechen

 

Schachbrett-Lauf im Königsdorfer Forst

Es muss an meinem fehlendem Orientierungssinn liegen, ich finde einfach keinen Punkt, den ich als Marker mir auf meiner persönlichen Route setzen kann. Alles schaut halt nach Wald aus und bis auf das Schachbrett an Pferde und Laufwegen, erkenne ich keine Pfeiler, die mich mehr in die Richtung bringen könnten, in die ich wollte. Bis auf diese eine Hütte, an der eine Karte befestigt ist. Jetzt wäre es gut zu wissen, aus welcher Perspektive man solch eine Karte liest, anscheinend nicht aus der Richtung, aus der man drauf schaut, denn so richte ich mich eben genau so danach und laufe am anderen Ende des Waldes aus diesem einfach raus.

Was nicht schlimm ist, denn hier erhält meine GPS Google Maps Karte zumindest kurz ein Signal, was mir ungemein bei meiner Orientierung hilft. Mir hätten jedoch auch die Gleise vor mir, oder vielleicht auch die Tatsache, dass der Wald aufhört, verraten können, dass ich halt nicht mehr in jenem königlichen Wald stehe.

 

Bahngleise am Ende des Königsdorfer Forst

Bahngleise am Ende des Königsdorfer Forst

 

Irgendwo im Königsdorfer Forst

Der Weg wird besser. Vielleicht deswegen, da ich nun weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Vielleicht deswegen, dass einfach die Natur um einen herum anfängt mehr Form und Diversität zuzulassen. Immer häufiger laufe ich jetzt durch Lichtungen, steinigere Abschnitte des Waldes, halt kleinen Besonderheiten, die einem im Falle eines Verirrens grobe Eckpfeiler zum zurücknavigieren bieten.

Und dann denke ich das erste Mal darüber nach, wie dumm das eigentlich ist, ohne jemandem Bescheid zu geben, tief in einen Wald zu gehen. Gibt man da vorher Bescheid? Auch bei so einem überschaubaren Stück Natur? Ich mach mir zumindest kurz in die Hose, als ich den Spatzen neben mir im Gebüsch rascheln höre.

 

Kahle Lichtung im Königsdorfer Forst

Kahle Baumkronen im Königsdorfer Forst

Kahle Baumkronen im Königsdorfer Forst

 

Keine Aussicht auf den Aussichtspunkt

Meine hübschen Fotomotive nehmen zu, die Lust aus dem Wald herauszukommen steigt jedoch auch und so versuche ich langsam einen Weg herauszufinden. In meiner Erinnerung soll noch irgendwo ein Kreuz oder zumindest eine Art Aussichtspunkt vorhanden sein. Diesen will ich noch abgreifen, auch wenn es mich nochmal ein wenig Zeit kosten sollte.

Und wie es dann halt, so ist: Natürlich finde ich diesen Punkt nicht. Ich laufe einen zunehmend bewachsenen Weg aus dem Wald heraus. Zwischen den dichten Ästen, sehe ich früh bereits das helle strahlen goldener Felder, die mir als Ankerpunkt für den Ausgang dienen. Und siehe da, als ich ankomme, finde ich doch tatsächlich einen kleinen Weg aufwärts. Nur das Kreuz, das ist leider nicht zu finden.

 

Das Feld um Frechen

Abgebrannter Hochsitz in Frechen

 

Abgebrannter Hochsitz

Auch nicht schlimm, den vergleichsweise schön ist die Aussicht von hier ebenfalls. Neben einem kleinen Hof, einem unglaublich bildgewaltigen Rich Bitch Haus und einer Scheune finde ich einen halb abgebrannten Hochsitz. Einen kleinen, schmalen Weg entlang einer Siedlung folge ich am Rande des Waldes weiter.

Am Ende stehe ich mitten auf einem Feld, zwischen Stadt, Forst und Siedlung. Die Aussicht ist echt ganz nice, auch wenn nicht so richtig das Gefühl von Natur hochkommt. Aber romantisch dennoch. Für den schnellen Sprint aus Köln auf jeden Fall ganz jut!

 

Die Natur in Frechen und am Königsdorfer Forst

Zauntor an einem Hof in Frechen

Ausblick auf Köln aus Frechen raus

Wanderweg am Feld von Frechen

Wanderweg am Feld von Frechen

Wanderweg am Feld von Frechen

 

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